Laurenz Nikolaus
Aufgewachsen zwischen dem letzten Bus im Speckgürtel und der ersten U-Bahn Richtung Großstadt öffnet Laurenz Nikolaus sein Tagebuch und lässt uns teilhaben an alltäglichen Sorgen, junger Liebe und dem gepflegten Vergammeln im Altbau
Wenn Danzer TikTok hätte
Was auf den ersten Blick melancholisch wirkt, trägt sich mit einer überraschenden Leichtigkeit, irgendwo zwischen Austropop und Indie, zwischen Hirsch, Voodoo Jürgens und einem Hauch Beirut. Es geht um die alltäglichen Dinge, die zugleich die großen Themen im Leben sind – sich zu verlieben, das Herz gebrochen zu bekommen, sich selbst zu verlieren und wiederzufinden. Diese Themen verpackt er in Texte, die direkt sind, manchmal liebevoll verdreht, oft zum Schmunzeln und immer zum Spüren.
Tinder-Dates in der Zollergasse, Dekadenz im Volksgarten und das Nachhausegehen durch regennasse Gassen – es sind Geschichten, wie sie nur Wien schreiben kann.
Laurenz Nikolaus hält die große Tradition des Austropop auf ehrliche Weise lebendig, nicht aus Kalkül, sondern weil sie ihm im Blut liegt. Seine Band formte sich aus jahrelanger Freundschaft und einer gemeinsamen Leidenschaft für Musik, bodenständig und ohne viel Firlefanz.
Als Kind in der Blaskapelle begann er seine musikalische Reise, heute steht er für einen Sound, der genauso viel Herz wie Haltung hat. Er stammt aus einer neuen Generation, denkt und fühlt anders und schafft es trotzdem, mit beiden Beinen in dieser musikalischen Geschichte zu stehen. Dabei bringt er eine Zeitgemäßheit mit, die absolut stimmig ist.
2026 wurden sie für den Amadeus Austrian Music Award nominiert, gefeiert von ihrem wohl prominesten Fan Robert Palfrader. Vielleicht sind sie das, was viele gehofft haben, aber keiner benennen konnte: eine neue Stimme aus Wien mit Schnauzbart und Peckerln – mal melancholisch, mal tuads weh, aber immer mit einem Augenzwinkern.
Die am 13.2.2026 erschienene Debüt EP „Annemarie“ ist genau das, was der Titel verspricht: eine Geschichte in mehreren Kapiteln, mit Annemarie als wiederkehrender Figur, in einer Beziehung, die nie zur Ruhe kommt. Vom ersten Verliebtsein in „Du bist wie“, über zarte Ablenkungen in der Zollergasse in „Magnolia“, bis hin zum großen, vielleicht entscheidenden Wiedersehen im Wiener Volksgarten; erzählt in „Der Teufel tanzt im Volksgarten“, inklusive Musikvideo mit Schauspiel-Legende Robert Palfrader als titelgebendem Teufel.
Wien ist dabei mehr als Kulisse. Die Stadt spielt mit. Zollergasse, Kriemhildplatz, Volksgarten: Orte, die man kennt. Und inmitten dieser Bilder: Songs zwischen Austropop und Indie, irgendwo zwischen Voodoo Jürgens, Beirut und Erzählungen aus dem eigenen Tagebuch.
Laurenz Nikolaus schreiben Liebeslieder mit Schieflage, bauen Hooks wie Beobachtungen aus dem Fenster. Halten fest, was andere lieber wegdrücken würden. Ihre Songs handeln von Tinder-Dates, Bärlauchvergiftungen, Altbauküchen, absurden Gesprächen.