Lovehead
Am Anfang des Erwachsenwerdens wartet eine so dichte Folge von Enden und Anfängen wie sonst kaum im Leben. Dazwischen quetschen sich immer wieder noch kleine Abenteuer und allerlei Side-Plots.
Indie kann mehr sein als traurige Männer
Gestartet im Burgenland als Proberaum-Band für mehrere Jahre, ging es mit dem ersten Schritt raus an die Öffentlichkeit Anfang dieses Jahres für die drei ziemlich rasch mit eigentlich allem, was lovehead betrifft. Ihr allererster Song „denkst du an mich“ kletterte aus dem Stand an die Spitze der landesweiten Indie-Charts.
Sie angelten sich nicht nur ein Management und einen Plattenvertrag für alles, was rund um Musik etwas weniger Spaß macht, um sie formt sich auch ein kleines Team aus Freunden in Wien, mit denen unter anderem ihre ersten Musikvideos entstehen. In letzter Konsequenz bekommt in diesem Umfeld auch die „fanta lustig“ EP den Feinschliff.
Geschrieben haben Anna, Leni und Mara diese Songs bereits, bevor lovehead den Indie-Kickstart des Jahres 2025 hingelegt haben. Dementsprechend gewähren Songs wie der eröffnende Titeltrack Einblicke in die Erfahrungen und Gefühle von lovehead, als der Proberaum in erster Linie Schutzraum für drei Jugendliche aus dem Burgenland war und das Zentrum des Lebens nicht im Band-Van, sondern im Klassenzimmer lag.
Dass sie sich aber auch außerhalb schützender Wände nicht wegducken müssen und wollen, hat schon ihre zweite Single „erdnussallergie“ unter Beweis gestellt. Die bescherte lovehead nicht nur ihren ersten viralen TikTok-Hit, sondern verpackt in konfrontativ-spaßigem Indie-Rock auch eine Absage an alle, die das Genre nur aus der Perspektive ewig-trauriger Männer denken wollen.
Sie zeigen, dass man alles ausprobieren, aufnehmen und erzählen kann, wenn man in guter Gemeinschaft ist.